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Josef Burger vermisst Sachlichkeit

Josef Burger beim Saisonstart auf dem Resterkogel © Skiing Penguin

Josef Burger, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn AG Kitzbühel, im Interview über den umstrittenen Saisonstart mitten im Herbst. Aus seiner Sicht würden Kritiker nachhaltige Aspekte nicht sehen oder ignorieren.

Herr Burger, KitzSki startet zum fünften Mal Mitte Oktober in die Wintersaison. Wie schon 2018 gibt es auch heuer auf dem herbstlichen Resterkogel ein 700 Meter langes weißes Band aus konserviertem Schnee der Vorsaison. Fürchten Sie nicht wieder die negativen Reaktionen wie schon in den letzten Jahren?
JOSEF BURGER: Ich fürchte keine sachliche Diskussion und emotionale Diskussionen kann ich nicht vermeiden. Was machen wir: Wir konservieren Schnee und Energie ökologisch. Wir übersommern den Schnee mit Materialien, die wir wiederverwenden können. So reduzieren wir etwa die Fahrstrecken der Skifahrer auf die Gletscher und bieten eine Sportmöglichkeit an. Wir haben hier Voraussetzungen geschaffen, die naturschutzrechtlich bewilligt sind – unter Einbindung der Landesumweltanwaltschaft. Wir haben Ausgleichsmaßnahmen unternommen, wo wir 30.000 Quadratmeter Hochmoor gerettet haben. Das alles sind Fakten. Wenn man die Fakten aber nicht wahrhaben möchte, kann man auch keine Argumentation führen.

Der Anblick des weißen Bandes inmitten der Herbstidylle ist natürlich irritierend © Skiing Penguin

Glauben Sie, dass es die kritischen Stimmen auch dann geben würde, wäre der Oktober kalt und ringsum den Resterkogel gäbe es angezuckerte Gipfel?
JOSEF BURGER: Natürlich würde ich mir auf dem Berg zehn Zentimeter Pulverschnee und minus fünf Grad wünschen, aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Eines möchte ich in Bezug auf dieses weiße Band, über das mancherorts sehr geschimpft wird, schon festhalten: Letztes Jahr am 24. Dezember hat jeder dafür gebetet, dass unsere weißen Bänder dem Regen standhalten. Sie sehen, das ist alles sehr relativ. Wichtig ist für mich, dass das, was wir hier machen, sowohl ökologisch nachhaltig als auch ökonomisch sinnvoll ist. Wem das trotz allem nicht gefällt, der kann freilich eine andere Meinung haben und die respektiere ich. Aber die Fakten lassen sich nicht biegen.

Auf dem Resterkogel bzw. dem weißen Band sind mit Stand 17. Oktober bereits 550 Trainingslinien diverser Nachwuchs- und Weltcupteams gebucht. Weiters finden bis Weihnachten 26 Rennen statt. Wäre das nicht eine Information, die man proaktiver hinaustragen sollte? Den Umstand, dass auf dem weißen Band nicht der 08/15-Skifahrer Stammgast ist, sondern Jugend- und Profiteams, die sonst auf die Gletscher fahren müssten.
JOSEF BURGER: Man kann Dinge immer besser machen, aber man schreibt auch nur das, was man schreiben will.

Kann das weiße Band angesichts der herbstlichen Temperaturen eigentlich wegschmelzen?
JOSEF BURGER: Nein, das Band schmilzt nicht weg – dahingehend sind wir völlig unbesorgt. Wir haben eine Auflage von 80 Zentimeter und der Schnee ist extrem trocken.

Hintergründe zum Schneeband auf dem Resterkogel, Stimmen der Gegner, mehr Fotos und ein Video findet ihr hier