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Mit „Sicherheit“: Kitzbühels Start in eine ungewisse Saison

Dank Frau Holle startet KitzSki heuer auch mit Neuschnee in die Saison © Kitzski/Liner
Dank Frau Holle startet KitzSki heuer auch mit Neuschnee in die Saison © Kitzski/Liner

Schon am kommenden Samstag, dem 24. Oktober, startet Kitzbühel (auf dem Resterkogel) in die Wintersaison. Für Anton Bodner, den Chef der Bergbahn AG, zählt in erster Linie die Sicherheit. Nur wieviele Gäste kommen (dürfen), bleibt weiterhin unsicher.  

„Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen“, lautet ein Zitat, das etwa Mark Twain, Karl Valentin und Winston Churchill zugeschrieben wird. Im Jahr 2020 passt es auch zu Pressekonferenzen, die eine Zeitspanne einläuten: So etwa jene der Bergbahn Kitzbühel anlässlich des Starts in die Wintersaison. Garantiert ist eigentlich nur, dass es in den nächsten Wochen kälter und in höheren Lagen schneien wird. Auf alles andere können Liftbetreiber in Österreich und dem Rest der Welt lediglich hoffen.

Offen ausgesprochen wird so etwas natürlich nicht, höchstens zwischen den Zeilen. Anton Bodner, Chef der Bergbahn Kitzbühel aka KitzSki, weiß aber: „Die letzten Monate haben uns gelehrt, dass wir flexibel sein müssen.“ Die Hausaufgaben habe man auf alle Fälle erledigt, nun geht es los – und zwar schon am Samstag auf dem Resterkogel. Wie schon in den letzten fünf Jahren startet die Wintersaison (dank des konservierten Altschnees aus dem März) Ende Oktober.

KitzSki-Chef Anton Bodner (Mitte) flankiert von Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Winkler (links) sowie Marketing-Vorstand Christian Wörister (rechts) © Skiing Penguin
KitzSki-Chef Anton Bodner (Mitte) flankiert von Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Winkler (links) sowie Marketing-Vorstand Christian Wörister (rechts) © Skiing Penguin

Die Kritik der letzten Jahre haben man sich zu Herzen genommen und den Auftakt etwas nach hinten verschoben und an die Wetterlage angepasst. „Die Voraussetzungen auf dem Resterkogel sind heuer hervorragend. Es gibt Minustemperaturen und seit fast 14 Tagen schneebedeckte Hänge“, sagt Betriebsleiter Andi Hochwimmer. Die Piste ist spätestens am Mittwoch fertig. Genützt wird das Schneeband in erster Linie von Saisonkartenbesitzern (7100 sind bislang verkauft) und Ski-Teams fürs Training. 350 Trainingseinheiten sind bis Ende November gebucht, alleine am 26. Oktober trainieren auf dem Resterkogel 18 Mannschaften.

Das alles überstrahlende Thema in der Wintersaison 2020/2021 ist aber die Sicherheit und hier zeigt sich Anton Bodner optimistisch: „Die Herausforderungen sind groß, aber wir werden sie meistern und sind entsprechend und gut vorbereitet.“ KitzSki habe ein Bündel an Maßnahmen geschnürt und dabei gehe man  „weit über die gesetzlichen Maßnahmen und Vorgaben hinaus“.

Um etwa einen möglich Andrang besser koordinieren zu können, gehen Hahenenkamm-, Fleckalm-, Maierl- und Wagstättbahn bereits (30 Minuten früher) um 8 Uhr in Betrieb. Von den insgesamt elf Zutrittsbahnen ins Skigebiet wird es darüber hinaus online eine Live-Information über den Zustrom geben. So können die Gäste sehen, wo gerade weniger bzw. viel los ist. Die Maskenpflicht gilt in bzw. auf allen Liften – von der Gondel über den Sessellift bis zum Schlepper, ebenso im Zu- und Ausstiegsbereich. Je schneller, desto besser gilt heuer auch im Lift: „Die Fahrzeit in unseren Seilbahnen beträgt – bis auf einen – zwischen drei und 14 Minuten“, sagt Anton Bodner und auch bei der einzigen Ausnahme, dem Zeitlupen-Lift auf die Bichlalm, wird heuer eine Art Turbo gezündet. 

Alle Gondeln werden bei der Talfahrt gelüftet und regelmäßig per Kaltvernebelung desinfiziert. Bei den zwei großen Kabinen der Gipfelbahn auf das Kitzbüheler Horn kommt sogar UV-C-Licht zum Einsatz – laut KitzSki „weltweit einzigartig“. „UV-C-Licht zerstört neben Corona-Viren auch Bakterien und Pilze“, sagt Felicitas Kohler vom Tiroler Unternehmen Planlicht. In der Gipfelbahn kommen dafür zwei mobile Geräte zum Einsatz, die die Kabinen nach jeder Fahrt zehn Minuten desinfizieren. Anschließend sei die Bahn zu 99 Prozent sauber. 

Das Kitzbüheler Horn dient auch in Sachen Digitalisierung als Testberg: Gemeinsam mit Skidata wird erstmalig ein Liftticket angeboten, das bereits von zuhause direkt aufs Smartphone geladen werden kann. Vorteil: Kein Anstellen an der Kassa und das Handy kann stets in der Tasche bleiben. Nachteil: Gibt der Akku den Geist auf, bleibt nur der Weg an die Kassa. Dagegen wirkt die zweite Ticket-Innovation regelrecht retro, allerdings ist sie im Gegensatz zu den Keycards aus Plastik umweltfreundlich: Die Saisonkarte für KitzSki 2020/2021 ist aus (Tiroler) Holz. 

Fehlt nur noch eines: Ein Ende von Deutschlands Reisewarnung für Tirol. Aber Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.