Snow-How

„Lady in Red“ mit Lendenheizung

Die Bergstation ist integriert in jene des Ochsalmliftes © Michael Werlberger
Die Bergstation ist integriert in jene des Ochsalmliftes © Michael Werlberger

Acht Monate nachdem die hassgeliebte alte „Fleck“ ihre letzte Runde gedreht hat, hat die Bergbahn Kitzbühel in Kirchberg die neue Fleckalmbahn eröffnet. Für den Preis von 27,5 Millionen Euro gibt es eine windgeschützte Trasse, einen energiesparenden Antrieb und eine Lendenheizung. 

Die Szenerie wirkt, als würde ein Olympiasieger oder ein Weltmeister nach dem Gewinn seiner Medaille zurück in der Heimat feierlich empfangen werden. Die Musikkapelle spielt die Landeshymne, die hohe Geistlichkeit ist ebenso anwesend wie die fast ebenso hohe Politik und die Reihe der Wirtschaftstreibenden reicht vom Bekleidungshersteller über Tischler, Gastronomen, Finanzdienstleister und Skischulbetreiber bis hin zu Seilbahn- und Automobilherstellern. Als Stargäste fungieren u. a. Olympiasieger von früher (Ernst Hinterseer) sowie Olympiasieger von morgen (Linus Strasser) und die Bühne wird dank der tapfer schwingenden Kinder des Skiclubs zu einem Fahnenmeer. 

Willkommen geheißen wird allerdings kein Sportheld, sondern die „Lady in Red“, wie sie von Helmut Berger, dem Bürgermeister der Standort-Gemeinde Kirchberg liebevoll genannt wird: die neue Fleckalmbahn der Bergbahn AG Kitzbühel. Innerhalb von nur acht Monaten trug man die alte Dame (eine 35-jährige Sechsergondel) ab und errichtete für 27,5 Millionen eine 10er-Gondel aus dem Hause Leitner. Für diesen Preis, der größten Einzelinvestition in der Geschichte der Bergbahn, erhält man auch ein großes Nachhaltigkeits-Paket: So verfügt die neue „Fleck“ über ein energiesparendes Direktantriebssystem, ein ressourcenschonendes und geschwindigkeitsgetriebenes Kapazitätsmanagement sowie um ein Viertel weniger Stützen und nur mehr die Hälfte der Kabinen, was zu einer Energieersparnis von jährlich 75.000 kWh führt. 

Passagiere dürfte womöglich der Komfort noch etwas mehr interessieren als der Antrieb und auch an dieser Stelle wird der Unterschied wohl niemandem verborgen bleiben. Galt die alte Fleckalmbahn doch als unbequeme, langsame Stahlkabine, die oft wetterbedingt abgestellt werden musste, geht es fortan schneller und gemütlicher auf den Berg. So hat die Bergbahn AG Kitzbühel etwa die Sitzheizung auf Einzelsitzen aus Echtleder durch eine Lendenheizung erweitert und die Lifttrasse wurde adaptiert. Dank des lee-seitigen, windgeschützten Betriebs kann die neue „Fleck“ ab sofort Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h trotzen. Die alte Gondel stand bei 40 km/h bereits still.

Bergbahn-Chef Josef Burger zeigte sich in seiner 30-minütigen Ansprache mehrfach sichtlich gerührt: „Ich bin unbeschreiblich stolz auf unser Team, das in nur 235 Tagen die Errichtung der Tal-, Bergstation und Strecke – einer der längsten Einseilumlaufbahnen in den Alpen mit einer Länge von 4,1 Kilometer – pünktlich und kostentreu fertiggestellt hat.“ Für den Westendorfer war es wohl der letzte große öffentliche Auftritt, ehe er das Zepter im ersten Quartal an Anton Bodner übergibt. Aber Josef Burger geht ganz offensichtlich auf dem Höhepunkt seiner Karriere in Pension: „Die Inbetriebnahme der Fleckalmbahn ist für mich der erfüllendste Moment meiner Tätigkeit bei der Bergbahn AG Kitzbühel und einer der freudigsten in meiner 43-jährigen beruflichen Laufbahn.“

Glücklich und gerührt: Bergbahn-Boss Josef Burger © Michael Werlberger
Glücklich und gerührt: Bergbahn-Boss Josef Burger © Michael Werlberger

 

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