Neu Pistentiger

„In Österreich beliebt zu sein, ist ein gutes Zeichen“

Aksel Lund Svindal bei einer Podiumsdiskussion am Fuße der Streif © MOUNTAIN PEAK/MHM Majors
Aksel Lund Svindal bei einer Podiumsdiskussion am Fuße der Streif © MOUNTAIN PEAK/MHM Majors

Im Rahmen der 80. Hahnenkammrennen in Kitzbühel spricht der junge Skipensionist Aksel Lund Svindal (37) über die richtige Entscheidung zurückgetreten zu sein, Anfragen der TV-Sender und seine Beliebtheit in Österreich. 

Herr Svindal, wir stehen hier in Kitzbühel und unweit von uns befindet sich die Streif. Haben sie Sehnsucht nach dem Rennfahren oder war ihr Rücktritt richtig?
AKSEL LUND SVINDAL: Das war die richtige Entscheidung.

Warum?
AKSEL LUND SVINDAL: Wenn ich jetzt ganz normal Skifahren gehe, hab ich auch Knieprobleme. Am Dienstag etwa war ich auf derselben Strecke unterwegs, wo sich Dominik Paris verletzt hat. Auf dieser eisigen Piste hab ich den Unterschied zwischen Rennen und einfachem Herumfahren noch viel mehr gespürt. Es wäre unmöglich gewesen, weiter Rennen zu fahren.

Wenn man Sie auf Social Media verfolgt, hat es den Anschein, als wären Sie ständig unterwegs. Insofern unterscheidet sich Ihr Leben nicht zu früher, oder?
AKSEL LUND SVINDAL: Im Herbst und im Winter war ich wirklich viel unterwegs, aber das wird bald schon ein bissl ruhiger werden. Im Vergleich zur Zeit im Weltcup bin ich aber zu zwei Drittel weniger on Tour.

Sie sind ein Sport-Insider und beweisen bei Podiumsdiskussionen auch einen Weitblick über den Tellerrand hinaus. Außerdem sind sie mehrsprachig. Stehen die TV-Sender nicht Schlange, Sie als Experte zu gewinnen?
AKSEL LUND SVINDAL: Ich habe schon Anfragen bekommen, glaube aber nicht, dass es der richtige Moment ist. Bevor man so etwas macht, halte ich es für wichtig etwas Abstand zu gewinnen, um die Szene dann mit frischen Augen zu sehen. Dann kann man später vielleicht noch einen besseren Job machen. 

Leben Sie eigentlich noch in Innsbruck?
AKSEL LUND SVINDAL: Nein, inzwischen in Oslo.

Ich habe das Gefühl, jeder Skifan in Österreich hat sie gern. Sind Sie in Norwegen eigentlich auch so beliebt? 
AKSEL LUND SVINDAL: Eigentlich schon. Aber ich muss sagen, dass sich die Österreicher im Skisport noch etwas besser auskennen. Ihr habt noch mehr Wissen darüber, was auf der Piste passiert. Deshalb bin ich auch stolz darauf, dass ich in Österreich populär bin. Bei euch beliebt zu sein, ist für einen Skisportler ein gutes Zeichen.