Snow-How

Gondel-Gaudi ab Dezember 2018

Futuristisch wirkt die Talstation der neuen Schlossalmbahn © Gasteiner Bergbahnen
Futuristisch wirkt die Talstation der neuen Schlossalmbahn © Gasteiner Bergbahnen

582 Millionen Euro investierten Österreichs Seilbahnen vergangenes Jahr in Sicherheit, neue Anlagen und Beschneiung. Auch für die kommende Saison laufen die Bauarbeiten bei einigen Bergbahnen bereits auf Hochtouren. Fünf spannende Gondel-Projekte, die im Dezember 2018 fertiggestellt werden, stellen wir euch hier vor. 

„K-onnection“: Kaprun-Maiskogel-Kitzsteinhorn

Den „Beginn einer neuen Dimension des alpinen Bergtourismus“ läuten die Gletscherbahnen Kaprun mit dem Bau der seilbahntechnischen Verbindung der Skigebiete Kitzsteinhorn und Maiskogel ein. 

Der Spartenstich zu diesem 81,5 Millionen schweren Investitionsprojekt erfolgte Mitte April mit dem Baubeginn der neuen „MK Maiskogelbahn“, einer 10-er Gondel. Im Gegensatz zu anderen Liftneubauten ersetzt die „MK Maiskogelbahn“ allerdings die bestehenden „Almbahn“ und den „Maisilift“ nicht. Schon ab der Saison 2018/19 werden Skifahrer in zwölf Minuten – über eine Mittelstation – auf den Maiskogel befördert. 

Ebenfalls im April startete der Bau der „3K K-onnection“, Salzburgs erster 3-Seil-Umlaufbahn und dem Verbindungsglied vom Maiskogel zum Kitzsteinhorn. Bequem von Kaprun auf das Kitzsteinhorn „gondeln“ können die Gäste aber erst ab Dezember 2019, wenn auch die „3K“ fertiggestellt ist und ihren Betrieb aufnimmt. Vom Ortszentrum gelangen Gletscherfans mit insgesamt sechs Seilbahnen auf eine Seehöhe von 3029 Metern. Allein zwölf Kilometer beträgt die Länge der neuen „3K“, die damit einerseits die längste durchgehende Seilbahnachse, andererseits mit 2261 Metern auch die größte Höhendifferenz in den Ostalpen aufweist. 

Von Kaprun bis auf's Kitzsteinhorn geht es mit der K-onnection © Gletscherbahnen Kaprun AG
Von Kaprun bis auf’s Kitzsteinhorn geht es mit der K-onnection © Gletscherbahnen Kaprun AG

„Schlossalm neu“ in Gastein

Ins zweite und letzte Baujahr starteten heuer die Gasteiner Bergbahnen, um rechtzeitig vor dem Saisonstart im Dezember 2018 ihr Großprojekt „Schlossalm neu“ fertigzustellen. Im Mittelpunkt des Erneuerungsvorhabens steht die Errichtung einer modernen 10-er Einseilumlaufbahn, die über eine Mittelstation am Kitzstein direkt auf rund 2000 Meter Seehöhe fährt. Einerseits ersetzt sie dadurch die deutlich in die Jahre gekommene Standseilbahn im unteren Teil, andererseits erfordert sie trotz Mittelstation kein lästiges Umsteigen mehr. So erhöht sich nicht nur der Komfort für die Gäste, auch die Fahrtzeit reduziert sich drastisch: Insgesamt sollen Skifahrer künftig innerhalb von gut zehn Minuten an der Bergstation ankommen. 

Das Projekt der Gasteiner beinhaltet aber noch mehr: Neben der „Schlossalmbahn“ runden der neue 8er-Sessellift „Sendleiten“, der Speicherteich „Haitzingalm“ oberhalb der neuen Mittelstation und Pistenbauten das Vorhaben ab. Ab dem Bereich „Brandbichl“ führt entlang der „Sendleiten“ eine Piste zur Mittelstation der Schlossalmbahn. Neben der bestehenden „Aeroplan“-Abfahrt wird in Verlängerung der „Sendleiten“ eine zweite Talabfahrt errichtet. Gute Neuigkeiten für alle Profis: Durch eine Verbreiterung der „Aeroplan“ soll Platz für eine permanente Trainingsstrecke geschaffen werden. 

Aufgrund der Größe des 85-Millionen-Euro-Projekts, haben sich die Gasteiner Bergbahnen dazu entschieden, es etappenweise umzusetzen, sodass der Skibetrieb nie beeinträchtig wird. Rund ein Viertel der Gesamtinvestition decken die Bergbahnen aus ihrem eigenen Cash Flow, die restlichen 63,5 Millionen Euro werden mittels Außenfinanzierung aufgebracht, darunter drei erfolgreiche Crowdfunding-Phasen. Zusammen konnten beinahe 3,5 Millionen Euro durch Bürgerbeteiliungen eingenommen werden. Mehr Infos zum Großprojekt gibt es hier und in folgendem Video:  

„Möslbahn“ in Mayrhofen

Sechs zusätzliche Hektar und 1,2 Pistenkilometer erschließt die neue „Möslbahn“ auf den Penken in Mayrhofen. Die Einseilumlaufbahn mit Kabinen für je zehn Personen verbindet ab Dezember 2018 den Ortsteil Mösl am Hochschwendberg mit der „Horbergbahn“. Dafür nehmen die Mayrhofener Bergbahnen 18 Millionen Euro in die Hand. Weitere 2,7 Millionen Euro fließen in die geplante Erweiterung der Pisten. 

Damit wird der Hochschwendberg, nach Schwendau und Mayrhofen, ebenfalls direkt – vor allem ohne Skibus – an das Skigebiet angeschlossen. Mit einer Beförderungskapazität von 2000 Personen pro Stunde sollte einem schnellen Einstieg ins Skivergnügen nichts mehr im Wege stehen. Wer die Bauarbeiten verfolgen will, findet hier ein Bautagebuch. 

Holz und Glas bilden die Außenverkleidung der Talstation der neuen Möslbahn © Doppelmayr
Holz und Glas bilden die Außenverkleidung der Talstation der neuen Möslbahn © Doppelmayr

„Sonnbergbahn neu“ in der Skiregion Hochkönig

Von der Talstation des Abergs zum Gipfel des Natruns geht es ab kommender Saison mit der neuen „Sonnbergbahn“. Die 10er-Gondel sorgt künftig für eine direkte Anbindung des Abergs an Maria Alm. Bisher gelangten die Sportler von Maria Alm lediglich auf ihren Hausberg Natrun. 

Die Bauarbeiten finden etappenweise statt. Da die Talstationen der Aberg- und Sonnbergbahn zusammengelgt werden, geht es in der ersten Bauphase an die Abtragung des alten Kassengebäudes. Die weiteren Schritte beinhalten die Errichtung einer Skibrücke über die Bundesstraße sowie die Tal- und Bergstationen. Im August geht es – läuft alles planmäßig – an die Montage der „Sonnbergbahn“. Die neue Einseilumlaufbahn ist Teil eines größeren Innovationsprojekts der Aberg-Hinterthal-Bergbahn AG mit einem Volumen von insgesamt 26 Millionen Euro. 

Die Sonnbergbahn verbindet ab Dezember den Natrun mit der Königstour © Hochkönig Tourismus GmbH
Die Sonnbergbahn verbindet ab Dezember den Natrun mit der Königstour © Hochkönig Tourismus GmbH

„Silverjet I“ am Katschberg

Wer bislang mit dem alten Zweiersessellift von St. Margarethen zum „Silverjet II“ tuckern musste, hat Grund zur Freude: Ab dem kommenden Winter geht es mit einer modernen 8er-Einseilumlaufbahn vom Tal bis zur Mittelsektion. Die neue Gondel reduziert nicht nur die Wartezeit im Tal, sondern auch die Fahrtzeit um rund die Hälfte. 

Auch der Kassenbereich der neuen Talstation bekommt zeitsparende Features. In Selbstbedienungszonen können vorab online gekaufte Skipässe ausgedruckt werden. Wie unter anderem bei der Hartkaiserbahn in Ellmau oder der SkiWeltbahn in Brixen im Thale werden die Skifahrer kraftschonend von einer Rolltreppe zur Einstiegsstelle des „Silverjet I“ befördert. 

Die Gondel – mit einer Kapazität von 2600 Personen pro Stunde – bildet den letzten Teil einer umfassenden Renovierung der Liftanlagen am Katschberg. Insgesamt wurden dafür rund 45 Millionen Euro aufgewendet. Mit der Baustellenkamera bleiben Katschi-Fans auf dem letzten Stand. 

Passend zum Namen ist auch die Talstation des "Silverjet I" gestaltet © katschi.at
Passend zum Namen ist auch die Talstation des „Silverjet I“ gestaltet © katschi.at