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Ski fahren lernte James Bond in Kitzbühel

In jeder Hinsicht sollte es gut aussehen © Fireball
In jeder Hinsicht sollte es gut aussehen © Fireball

Beim „Fireball“ in Kitzbühel geht es darum, im Casino sowie auf der Piste der Beste zu sein – und natürlich um Spaß für Fans von James Bond. Im Interview erzählt Initiator Gugu Tyszkiewicz, wie sehr Bond-Erfinder Ian Fleming von seinen Lebensjahren im Kitzbühel rund um 1930 geprägt wurde. 

Wer Ian Fleming und seiner berühmtesten Romanfigur huldigen möchte, mischt Coolness mit Action und lässt diesen Entertainment-Ballon in einem Sehnsuchtsort steigen: Genau so legt es der „Fireball“ an, der am 15. und 16. März zum bereits neunten Mal in Kitzbühel über mehrere Bühnen geht – im Tal wie auf dem Berg. Bei einem Pulloverskirennen auf dem Kitzbüheler Horn geht es auf eine bemerkenswert lange Strecke zwischen Horngipfel und Alpenhaus, am Abend zuvor wird das Event mit einem Black-Jack-Turnier im Casino eröffnet. Gewinner ist, wer Glück und Sport am besten miteinander vereinen kann. Thema heuer: „Moonraker“. Wer im passenden Kostüm durch die Tore sausen will, darf sich von den Outfits aus dem Bond-Klassiker inspirieren lassen. Der Film mit Roger Moore in der Hauptrolle kam 1979 in Kinos, das Buch erschien bereits 1955 in England und dessen Autor ist der Auslöser für den „Fireball“: Ian Fleming (1908 – 1964). Denn was nur 007-Insidern geläufig sein dürfte: Der Erfinder von James Bond verbrachte einige Jahre seines Lebens in Kitzbühel. Die Spaßveranstaltung ausgedacht hat sich Gugu Tyszkiewicz, ein vielgereister Lebenskünstler mit Wurzeln in Russland, Polen, England und Deutschland. Seit 15 Jahren lebt er inzwischen in Kitzbühel.

Herr Tyszkiewicz, was hat Ian Fleming 1927 – im Alter von 19 – nach Kitzbühel verschlagen?
GUGU TYSZKIEWICZ: Ian Fleming war das schwarze Schaf der Familie. Sein älterer Bruder war sehr erfolgreich, er selbst ist aber regelmäßig aus den Eliteschluen wie Eton rausgeflogen. Schuld waren etwa Unzuverlässigkeit oder Frauengeschichten. In Kitzbühel hat es damals in der Pension Tennerhof eine Alfred-Adler-Schule gegeben. Der Schwerpunkt lag in einer Vorbereitung auf den Außendienst. Es sind vor allem Sprachen gelehrt worden, aber natürlich auch alle anderen klassischen Schulfächer. Geleitet haben die Schule zwei Briten, die selbst beim Secret Service gewesen sind.

Hat sich Ian Fleming in Kitzbühel ganz auf die Ausbildung konzentriert?
GUGU TYSZKIEWICZ: Er hat hauptsächlich Sprachen gelernt und ist Ski gefahren. Im Café Praxmair hat er sich in Kellnerin Lisl Popper verliebt und sie hat Fleming die Einheimischen vorgestellt, also die ganzen Skibegeisterten. Damals hat es noch keine Lifte gegeben, man musste überall aufsteigen und hauptsächlich ist man auf dem Kitzbüheler Horn gefahren. Das hat ihm irrsinnig getaugt.

Wie lange hat die Schule gedauert?
GUGU TYSZKIEWICZ: Ich glaub vier Jahre. Seine Lehrer waren auch ein bisschen Vorbilder für ihn: Einer war beim Geheimdienst, die andere Autorin und da ist er auf die Idee gekommen, beides zu machen. Im Zweiten Weltkrieg war Ian Fleming beim Geheimdienst und danach ist er Autor geworden. Die Zeit in Kitzbühel war für ihn aber die beste Zeit seines Lebens, sie hat ihn mehr geprägt, als vieles andere in seinem Leben. Deswegen hat auch so vieles Eingang in seine Romane gefunden. Alle Skiszenen in den Bond-Geschichten sind inspiriert von Kitzbühel.

"Fireball" heißt Nostalgie und Action. Motto heuer: "Moonraker" @ Fireball
„Fireball“ heißt Nostalgie und Action. Motto heuer: „Moonraker“ © Fireball

Wie gut war Ian Fleming auf Ski?
GUGU TYSZKIEWICZ: Angeblich recht gut. Es heißt, er hatte einen Skilehrer namens Oberhauser, aber das kann ich nicht beschwören. Aber auf dessen Basis ist der gleichnamige Bösewicht aus Spectre entstanden, der von Christoph Waltz gespielt worden ist.

Wie lange hat Ian Fleming in Kitzbühel gelebt und wie oft ist er zeitlebens wiedergekommen?
GUGU TYSZKIEWICZ: Er war die ganze Ausbildung über hier. Das waren drei jahre, die er durchgehend hier gelebt hat. Bis etwa 1938 ist er jedes Jahr zweimal hierher zurückgekommen. Dann ist der Krieg ausgebrochen und Lisl Popper war Jüdin. Er hat sie vor den Nazis gerettet und nach London gebracht, wo er ihr einen Job in einem Verlag verschafft hat.

Was wurde aus Lisl und Ian?
GUGU TYSZKIEWICZ: Sie war wohl seine große Liebe, ist aber nie seine Frau geworden, weil sich im Krieg alles verstreut hat. Er hat ihr aber auch etwas vererbt und sie wohl bis zu seinem Tod verehrt.

Wo in Kitzbühel hat Ian Fleming gewohnt?
GUGU TYSZKIEWICZ: Im Tennerhof. Das heutige 5-Sterne-Hotel war damals auch so eine Art Internat.

"Fireball"-Erfinder Gugu Tyszkiewicz vor dem Casino in Kitzbühel © Fireball
„Fireball“-Erfinder Gugu Tyszkiewicz vor dem Casino in Kitzbühel © Fireball

Woher wissen Sie diese Geschichten eigentlich?
GUGU TYSZKIEWICZ: Ich habe beim Tennerhof als Sales-Manager gearbeitet und da hat diese Geschichten jemand gewusst. Ich habe alles nachrecherchiert, denn ich war ja auch für die Vermarktung zuständig. Ich dachte mir, das ist doch eine super Sache, aus der man unbedingt etwas machen sollte.

Und so ist 2011 der „Fireball“ entstanden – ein Mix aus Casino, Skirennen und Party. Auf manchen Fotos aus der Vergangenheit hat man das Gefühl, es sei eine Schickimicki-Veranstaltung. Trügt der Eindruck?
GUGU TYSZKIEWICZ:  Der trügt nicht, die Basis ist schon Schickimicki. Aber wir beziehen die Breite auch immer mehr ein und gerade dadurch wird der „Fireball“ zu einer ziemlich lustigen Party über ein ganzes Wochenende lang. Wären nur diejenigen hier, die den vollen Preis für das VIP-Paket zahlen, hätten wir ein Event, die es hier in Kitz wie Sand am Meer gibt. Aber wir holen sehr viele Locals und Skilehrer rein, die auch mithelfen und diese Mischung macht es immer sehr lustig.

Und wie schafft es Otto Normalverbraucher, der keine 250 Euro für das VIP-Paket hat, zum „Fireball“?
GUGU TYSZKIEWICZ: Für die Kick-Off-Party am 15. März und die Moonraker-Party tags darauf im Glockenspiel in Kitzbühel gilt freier Eintritt. Und wer am Rennen teilnehmen möchte, zahlt 20 Euro. Kinder 15.

Was gibt es eigentlich zu gewinnen?
GUGU TYSZKIEWICZ: Einen Wanderpokal, der graviert wird – ein echter Sektkübel aus einem James-Bond-Film. Es gibt aber auch Preise für die besten Outfits und weitere Sachpreise.

Details zum „Fireball“ am 15. und 16. März findet ihr hier.

Auch im Casino sind freilich Kostüme jeder Art erwünscht © Fireball
Auch im Casino sind freilich Kostüme jeder Art erwünscht © Fireball